Das Auge klickt mit – Die richtigen Stockfotos nutzen

Christoph Jakob im Portrait
Von Christoph

In Zeiten von Social Media, Newslettern und den schnellen mobilen Medien wird die richtige Bildauswahl mit passender Bildsprache immer wichtiger. Rich Media Content gewinnt im schnelllebigen Zeitalter des Internets immer mehr an Bedeutung, während die Nutzer immer anspruchsvoller werden. Im letzten Teil unserer Blogserie „Das Auge klickt mit“ zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei der Bildauswahl achten sollten und wo Sie wirklich gute Stockfotos finden.

Kennen Sie das?

 

 

Sie haben sie sicherlich auch schon gesehen: Stockfotos, die ein Telefon, einen Menschen, der vor einem Notebook sitzt oder eingefärbte Tastaturen zeigen, gibt es mehr als genug im Internet. Ein weiterer Klassiker ist auch der Handschlag, der Vertrauen suggerieren soll. Dabei ist allerdings die Krux, dass schlechte Stockfotos, bei denen selbst der normale Nutzer diese als solche erkennt, nicht gerade für ein authentisches Unternehmensbild sorgen.

Diese Stockfotografie-Klischees sind es allerdings, auf die Stockfotografen – zumindest in Microstock-Verzeichnissen – ganz bewusst eingehen. Wirklich erfolgreiche Stockfotos werden oft auch als „unsexy“ oder sogar langweilig bezeichnet. Das Problem hierbei ist, dass spannende oder ausgefallene Bilder schnell polarisieren können. Und da den Fotografen auf Microstock-Portalen nur höchstmögliche Verkaufszahlen einen angemessenen Ertrag einbringen, müssen diese so vielseitig einsetzbar wie nur möglich sein. Dennoch gilt für Stockbilder im professionellen Einsatz: Bilder zeigen Emotionen und sollten diese im besten Fall auch auslösen.

Stichwort: Emotionalität

Die Kernessenz eines jeden Fotos ist dabei immer die Emotion. Wird der Nutzer darĂĽber nicht angesprochen, haben Sie schon verloren. Deshalb gilt: Finger weg von Firmenlogos! Ein Beitrag, der nur mit einem Firmenlogo dargestellt wird, wirkt langweilig und trocken. Zeigen Sie Menschen, Bilder der Firma, der Mitarbeiter oder passende Screenshots! Wenn kein passendes Bildmaterial vorhanden ist, finden Sie weiter unten in diesem Artikel einige Quellen, bei denen vielleicht etwas Passendes fĂĽr Sie dabei ist.

 

Darauf sollten Sie achten

Dass selbst erstellte Bilder nach wie vor die erste Wahl sein sollten, brauchen wir wohl niemandem mehr erklären. Aber nehmen wir mal an, Sie möchten für Ihren Onlineshop Surf-Produkte bewerben. Nicht jedes Budget lässt dann die Bezahlung eines professionellen Fotoshootings an einem Surf-Spot an der kalifornischen Küste zu. In genau solchen Situationen können Stockbilder eine günstige Alternative sein. Bei der Auswahl sollten Sie vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Einwilligung des Models liegt vor
  • Lizenz: Muss das Bild fĂĽr jede Verwendung lizensiert werden bzw. muss ich den Namen des Fotografen nennen?
  • Einheitlicher Look: Idealerweise mit gleichen Personen und ähnlichen Aufnahmeeinstellungen und Farbgebungen
  • Nutzt mein Mitbewerber schon ein ähnliches oder sogar das gleiche Bild?
  • Passt das Bild in mein Layout? Nutzen Sie unbedingt die Layout-Datei!

Lizenzen

Wie bei jeder Verwendung von Bildern im Internet gilt selbstverständlich auch im Stock-Bereich, dass Sie ganz genau auf die Lizenzmodelle achten mĂĽssen. Gerade bei Macrostock-Agenturen kann es vorkommen, dass Sie das Bild fĂĽr jede einzelne Verwendung lizenzieren mĂĽssen. Höchste Vorsicht ist bei kostenfreien Bildern geboten: Hier gibt es Bilder, die Sie komplett ohne Namensnennung verwenden dĂĽrfen (Die CC-0-Lizenz), aber auch Bilder die ausschlieĂźlich mit der Nennung des Namens zum Einsatz kommen dĂĽrfen (CC-BY). Hier lohnt sich vorab auch ein Blick in die Creative Commons Lizenzmodelle.

Kostenlos oder kostenpflichtig?

Wirklich gute Stockfotos müssen nicht zwangsläufig teuer sein. Freie Bildagenturen wie z. B. UnSplash, Pexels & Co. gehen mit gutem Beispiel voran und bieten Bilder mit einem ganz eigenen Stil an. Hier muss man sich allerdings bewusst sein, dass diese Bilder vermutlich noch wesentlich öfter zum Einsatz kommen und kommen werden, als kostenpflichtige Bilder.

In den meisten Fällen lohnt es sich auch von den billigen Microstock-Agenturen abzusehen, die möglichst viele Bilder zu niedrigen Preisen anbieten, und besser mit der Suche bei qualitativ hochwertigen Macrostock-Agenturen zu starten. In der Auflistung unserer Empfehlungen haben wir bewusst die gängigen Agenturen wie Fotolia, Shutterstock und Adobe Stock außen vorgelassen, da wir mit diesen Portalen in letzter Zeit keine guten Erfahrungen mehr gemacht haben. Neben der Exklusivität, Services wie der Nutzungsverfolgung, einer größeren Themenauswahl, höherer Rechtssicherheit und professionelleren Fotos ist auch die Kundenbetreuung wesentlich besser: Hier können Sie zum Teil sogar noch anrufen und sich für eine gewisse Summe eine Auswahl erstellen lassen.

Unsere besten Stock-Datenbanken

Wir haben Ihnen hier einige der unserer Meinung nach besten Stockfoto-Datenbanken zusammengestellt. Damit Sie auch sofort sehen, was Sie erwartet, haben wir einige Auszüge der Ergebnisse nach dem Suchbegriff „Surf“ beigefügt. Zudem teilen wir die Datenbanken in kostenlos und kostenpflichtig ein und geben eine grobe Kostenübersicht.

Kostenlose Portale:

Unsplash

Bei Unsplash können Fotografen ihre Bilder hochladen und zur VerfĂĽgung stellen. Die Nutzung erfolgt auf Basis der CC0-Lizenz. Das bedeutet, Sie können die Bilder ohne Namensnennung auch fĂĽr kommerzielle Zwecke nutzen. Und das Beste daran: Die Bilder haben einen sehr eigenen Stil, der irgendwie so gar nicht an klassisches Stock-Material erinnert.

Pexels

Auch bei Pexels kommt die CC0-Lizenz zum Einsatz. Hier werden viele kostenlose Bilder aus dem Internet und verschiedenen Datenbanken kuratiert und gesammelt. Der kleine Vorteil gegenĂĽber Unsplash: Oft finden sich hier themenspezifischere Bilder, was manchmal aber auch zu Lasten des Looks geht. Die meisten Bilder erinnern aber auch ebenfalls nicht an den typischen Stockfoto-Look.

flickr

Immer wieder lohnt sich auch ein Blick auf das Bildportal flickr. Hier mĂĽssen Sie bei der Suche nur sehr genau auf die Lizenz achten, denn viele der Bilder sind nicht fĂĽr die kommerzielle Nutzung freigegeben. Haben Sie diese Filtereinstellung oben links erst einmal gesetzt, können Sie diese Bilder fĂĽr eine Nennung des Namens kostenlos nutzen.

Instagram

Die wohl mit Abstand beste Quelle fĂĽr einzigartigen Content ist das soziale Netzwerk Instagram. Auf Basis von Schlagwörtern finden Sie z.B. zum Hashtag „#surf“ knapp 16.000 Einträge. Hier mĂĽssen Sie allerdings mit erheblich mehr Aufwand rechnen: Haben Sie ein Bild gefunden, das Ihnen gefällt, mĂĽssen Sie den Ersteller nach dem Foto und dessen Erlaubnis fragen. Die MĂĽhe ist es aber in den meisten Fällen wirklich wert!

Kostenpflichtige Portale

500px

Unsere absolute Empfehlung fĂĽr die Suche von qualitativ hochwertigen und wirklich einzigartigen Fotos ist 500px. Bei der Auswahl merkt man die ursprĂĽngliche Herkunft des Portals als Community fĂĽr Profi-Fotografen ganz deutlich: Ein Foto ist atemberaubender als das andere. Dabei halten sich die Preise mit 100 - 250 $ pro Bild (je nach Verwendungszweck) wirklich im Rahmen.

Stocksy

Stocksy hat sich auf die Fahne geschrieben, Bilder ohne den bekannten und klischeehaften Look der Stockfotos zu veröffentlichen. Und das schafft die Plattform auch sehr gut! FĂĽr Bilder im Bereich zwischen 50 - 150 $ findet man hier wirklich sehr schöne und professionell aufgenommene Fotos und Videos.

Gettyimages

Wenn das Budget etwas mehr zulässt, lohnt sich auch der Blick auf gettyimages - die größte Bilderdatenbank der Welt. Hier finden sich Bilder wie aus einer Hochglanzzeitschrift zu verschiedensten Preismodellen, beginnend ab 500$. Einziger Nachteil: Die Lizenzierung ist nicht immer ganz so unkompliziert.

Stock Photo Secrets

FĂĽr Wenignutzer bietet das Portal Stock Foto Secrets ein gĂĽnstiges Bezahlmodell zum Herunterladen von Stockfotos. So können Nutzer fĂĽr gerade einmal 99€ pro Jahr 200 Bilder herunterladen, jedes weitere kostet dann 99ct. Jedoch gibt es auch fĂĽr Vielnutzer passende Modelle. Auf dem eher jungen Portal findet man sowohl Bilder als auch Vektorgrafiken.

Egal für welche Plattform Sie sich letztendlich entscheiden, achten Sie darauf, dass die ausgesuchten Bilder eine Emotion in Ihnen auslösen. Zeigen Sie die Bilder vor dem Kauf kommentarlos einigen Kollegen und bringen Sie in Erfahrung, welche Emotion bei ihnen ausgelöst wird und was Sie von den Bildern halten. Die ausgesuchten Bilder müssen schließlich nicht nur Ihnen gefallen, sondern der breiten Masse - Ihren Kunden.

Mit diesem Artikel geht unsere Blogserie „Das Auge klickt mit“ zu Ende. Sollten Sie noch Fragen zu einem Thema haben, freuen wir uns auf eine Nachricht von Ihnen über unser Kontaktformular.

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