30. November 2017 - 3 Kommentare

SEO Trends 2018: Die Suchanfragen von morgen meistern

Wer sich ein wenig mit der Suchmaschinenoptimierung (SEO) beschäftigt weiß, wie schnell sich dort Dinge ändern. Während gestern noch die reine Anzahl von Links als positiv bewertet wurde, werden heute bereits minderwertige Links abgestraft. Fast wöchentlich führen die Suchmaschinenhersteller – allen voran Google – Updates an ihren Suchalgorithmen durch. Dass sich auch 2018 einige Neuerungen ergeben, ist deshalb kein Geheimnis. Wir decken auf, wie Sie auch im nächsten Jahr erfolgreiches SEO betreiben.

Mobile first index


Google’s mobile friendly Test über https://search.google.com

Die wohl größte Veränderung ergibt sich bei Google in der generellen Bewertung von Websites in Bezug auf die mobile Optimierung. Bereits 2005 wurde die auch in der Branche liebevoll „mobilegeddon“ genannte Umstellung auf den mobile first index angekündigt. Aufgrund zahlreicher Aufschreie in der SEO-Szene wurde die Frist allerdings auf 2018 verlängert. Demnach werden ab nächstem Jahr nicht mehr die Desktop-Versionen in die Bewertung von Google einbezogen, sondern die mobile Variante. Das bedeutet konkret für Websites, die überhaupt nicht für Smartphones optimiert sind oder eine per Subdomain abgespaltete mobile Website (m. oder mobile.ihredomain.de) betreiben, ein wesentlich schlechteres Ranking in den Suchergebnissen. Google selbst empfiehlt dabei die Umstellung auf Responsive Design, das sich flexibel an die Bildschirmgröße anpasst und die gleiche Inhaltsbasis über alle Devices hinweg nutzt (mehr dazu). Damit wird die mobile Website also nicht mehr zum „Nice-to-have”, sondern zur Pflicht für jedes Unternehmen, das digital erfolgreich sein möchte.

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User Experience

Mit der Optimierung für alle Geräte und modernem Webdesign geht auch die User Experience (kurz: UX) einher. Denn Google bewertet nicht nur die Qualität der Inhalte auf den Zielseiten, sondern vor allem auch die Nutzerfreundlichkeit. Oberstes Ziel dabei ist, dem Suchenden auch nach dem Klick auf das Suchergebnis die bestmögliche Nutzererfahrung zu bieten. Dabei zählen Faktoren wie ein verständliches User Interface, eine klare Navigationsstruktur und die richtige Architektur sowie Struktur der Inhalte und Link-Beziehungen. Die Auswirkungen dieser Faktoren lassen sich anhand der Verweildauer auf der entsprechenden Seite, der Klicktiefe bzw. Seiten pro Sitzung und der Absprungrate messen. Legen Sie also all Ihre Maßnahmen zur Content-Produktion und Layout-Erstellung auf Ihre Nutzer aus, nicht auf die Suchmaschinen.

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Aufschwung des Visual Contents

Rich Media Content bzw. respektive Videos erhalten gerade einen enormen Aufschwung. Nutzer lieben hochwertige Inhalte, die in ansprechenden Videos verpackt werden. Cisco-Studien zufolge werden Online-Videos 2021 bis zu 80% des Online-Traffics ausmachen! Das bedeutet also, dass Sie idealerweise schon heute damit beginnen sollten, Video-Content zu erstellen, diesen auf YouTube hochzuladen und per YouTube SEO zu optimieren. Damit werden Sie auf YouTube und natürlich auch in den Suchergebnissen auf Google besser gefunden.

Generell sollten Sie Ihre medialen Inhalte wie Bilder, Videos, PDF-Dokumente und Illustrationen mit möglichst vielen Tags, Keywords und Informationen versehen. Mit der Veröffentlichung von Google Lens, der Erweiterung des Google Sprachassistenten um eine bilderbasierte Suche, werden diese Inhalte an Wichtigkeit enorm zunehmen. Ohne die inhaltsbasierte Zuordnung über Alt-Tags oder umgebende Bilderbeschreibungen können die Such-Crawler diese Inhalte nur schlecht auswerten.

Ok Google, was machen eigentlich die Sprachassistenten?

Wie Sie sicherlich bereits erahnen können, werden die Sprachassistenten wie Google Assistant, Apple’s Siri, Microsoft Cortana und Amazon Echo (Alexa) 2018 die Suche im Internet weiter umkrempeln. Durch die veränderte Mensch-zu-Maschine-Kommunikation in Form von natürlichen Anweisungen, Fragen und Aussagen, verändern sich entsprechend auch die Suchbegriffe. Während ein Nutzer im Normalfall z.B. nach „italienisches Restaurant Mannheim“ sucht, wird er dem Sprachassistenten eher eine Frage stellen: „Zeige mir den nächsten Italiener“. Das stellt neue Anforderungen an die Keyword-Optimierung sowie die Local Search.

Dabei wird sich die reine Keyword-Optimierung, die mittlerweile immer unwichtiger wird, zu so genannten „Topic related stories“ weiterentwickeln, in der hochwertige Inhalte zu einem übergeordneten Thema erstellt werden und passende Keywords natürlich in den Textfluss eingebunden werden.

Durch den Aufschwung der Sprachassistenten wird zudem auch die Optimierung der Local Search und die Eintragung in Google MyBusiness zu einem Grundstein der Suchmaschinenoptimierung.

Branchenspezifische Spezialverzeichnisse

Neben der lokalen Suche können für bestimmte Branchen auch Spezialverzeichnisse wie z.B. TripAdvisor, Yelp, Jameda & Co. interessant werden, denn die Nutzerzahlen dieser Verzeichnisse steigen stetig an. Das liegt mit Sicherheit daran, dass speziell aufbereitete Informationen und Bewertungen für diese Branche zur Verfügung stehen. Und ein positiver Nebeneffekt einer Eintragung liegt zudem in der Generierung von Backlinks, zusätzlichem Traffic und mindestens einem Suchergebnis mehr in den Suchergebnissen.

Fazit

2018 wird es vor allem im Bereich der SEO sicher nicht langweilig werden. Sollte Ihre Website noch nicht für mobile Endgeräte optimiert sein oder einen generellen Look & Feel aus den frühen 2000er-Jahren besitzen, sollten Sie dringend nachbessern! Und wie bereits in den letzten Jahren wird die Qualität der Inhalte sowie der Backlinks immer wichtiger. Die Suchmaschinen schreiben sich immer mehr auf die Fahne, nach dem Prinzip „Klasse statt Masse“ zu bewerten und die reine Nutzung von Keywords (Keyword Stuffing) wird mehr und mehr abgewertet.

Wenn Sie immer wachsam bleiben auf der Suche nach der „nächsten Nuss“und Ihre Website nach aktuellen Standards und Anforderungen der heutigen Internet-Zeit ausgerichtet haben, haben Sie eine ideale Grundlage, auch nächstes Jahr in den Suchergebnissen ganz vorne mit dabei zu sein!

 

Weiterführende Links & Quellen:

https://9to5google.com/
https://searchengineland.com/
https://backlinko.com
https://searchenginewatch.com

Veröffentlicht von: Oliver in Betreuung und Optimierung
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Kommentare

Aurel Butz
1. Dezember 2017 um 10:28

Gute Vorschau, auf das was uns erwartet, Oli.

Ich sehe hier eineHerausforderung:
>Google selbst empfiehlt dabei die Umstellung auf Responsive Design, das sich flexibel an die Bildschirmgröße anpasst und die gleiche Inhaltsbasis über alle Devices hinweg nutzt

„Gleiche Inhaltsbasis“ heißt doch dementsprechend: Sämtliche Bilder, Info-Elemente, Texte etc., die mir in der Desktop-Ansicht angezeigt werden, sollte ich genauso für mobile ausspielen. Was konsequenter Weise voraussetzt, dass der Mobile-User mit entsprechend Bandbreite surfen muss.

Ebenfalls nicht berücksichtigt ist die Nutzungssituation (Lean forward vs. Lean Backward). Ich persönlich gehe davon aus, dass ein Smartphone-User bewusst schnell zu scannende, kompakte Informationshäppchen sucht. Wer sich tiefer in eine Materie einlesen möchte, bevorzugt meiner Meinung nach bei längerer Verweildauer Tablet oder Desktop.
Und für beide Nutzungsansätze soll es nun die „gleiche Inhaltsbasis“ geben? Wie Google auf diese unterschiedlichen Nutzungsmotive eingehen möchte, wenn die Inhalte auf mobile 1:1 denjenigen der Desktop-Ansicht entsprechend sollen, ist mir noch ein Rätsel. Für mich liest sich das so, ob Google nun formal nur nach „Responsive Design: vorhanden?“ abcheckt und nicht nach der inhaltlichen Ausrichtung einer Seite geht.

Was mich nun interessiert: Wie steht ihr Reizwerker vor diesem Hintergrund dem Thema „denselben Content auf Desktop / Tablett / Mobile ausspielen“ gegenüber?

    Oliver
    1. Dezember 2017 um 12:59

    Hallo Aurel,

    vielen Dank für deinen tollen Input – da gebe ich dir absolut Recht, das wird definitiv eine Herausforderung werden! Allerdings wird es vermutlich noch eine ganze Weile dauern bis Websites, die nicht responsive sind wirklich abgestraft werden. Um es nochmal auf den Punkt zu bringen, da „mobile first index“ vielleicht für etwas Verwirrung sorgt: Der Mobile-Index soll zum primären Index werden, den Desktop-Index aber vorerst nicht ablösen. Der dann sekundäre Desktop-Index wird lediglich weniger schnell aktualisiert werden. Damit werden also der Mobile-Index und der Desktop-Index lediglich voneinander getrennt.

    Top-Analyst Gary Illyes sagte zum Thema gleicher Content: „Wenn eine Site responsive ist, ist das schon gut, weil der Content auf der Desktop-Version weitgehend derselbe sein wird wie auf der mobilen Version. Lediglich die Art und Weise, wie die strukturierten Daten ausgespielt werden, unterscheiden sich.“

    Heißt also, dass hier schon darauf wertgelegt wird, dass überwiegend derselbe Inhalt ausgeliefert wird. Wichtige Inhalte sollte man demnach auf jeden Fall mobil nicht ausblenden, da durch die Indexierung der mobilen Version diese entsprechend nicht indexiert würden. Dennoch geht es immer darum, dem Nutzer auf der jeweiligen Plattform die beste User Experience zu bieten.

    Heißt für uns Reizwerker ganz konkret: Wir werden auch in Zukunft versuchen, dem Nutzer in der jeweiligen Bildschirmgröße eine optimale Erfahrung unter Berücksichtigung des Inhalts zu bieten. Der sollte einfach nur optimiert dargestellt werden. Durch verschiedene technische Raffinessen wie z.B. Responsive Images (Bildschirmgrößenspezifische Auslieferung von Bildgrößen), speziellen Caching-Maßnahmen und der gezielten Ausblendung von Elementen wie Hintergrundvideos, Tabellen & Co. können wir demnach den maximalen Anteil des Contents ausliefern, halten die Ladezeiten aber dennoch so gering wie möglich.

    Wir kommen ja aus dem Odenwald und kennen die Probleme der langsamen Datenverbindung auf dem Handy also nur zu gut! 🙂

Aurel Butz
1. Dezember 2017 um 13:38

> Damit werden also der Mobile-Index und der Desktop-Index lediglich voneinander getrennt.

Danke für die Erklärung – Mobile Index vs. Desktop Index – und das Gary Illyes‘ Statement. Selber Content in Verbindung mit gezieltem Ausblenden in Einzelfällen klingt nach einem Plan.

Schönes Wochenende in den Odenwald!

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